Las Vegas

Kreativfilter haben mit Kreativität soviel zu tun wie Kunsthonig mit Kunst.~Bob Shell

Um 12.00 Uhr kamen wir in Las Vegas an, nachdem wir am Morgen im Valley of Fire losgefahren und noch einen Abstecher zu einer Niederlassung unseres Wohnmobilverleihers gemacht hatten. Wir probierten unser Glück beim “RV Park at Circus Circus” – ganz einfach, weil er am nächsten am Strip liegt. Es gab freie Plätze und wir buchten zunächst für eine Nacht mit der Option auf eine weitere.

Der Campground selber bietet zwar Full Hookup, ist ansonsten aber lediglich eine asphaltierte Fläche mit wenig Charme. Die Toiletten und Duschen waren nicht unbedingt das, was man sauber nennen würde. Nachdem wir uns eingerichtet und eine Kleinigkeit gegessen hatten, mußten wir uns entscheiden, ob wir sofort losziehen oder erst noch etwas relaxen sollten. Wir entschieden uns für sofortigen Aufbruch und ich wollte dann nach Einbruch der Dunkelheit nochmal mit großer Kamera und Stativ los. Daraus wurde aber dann doch nichts. Zur Mittagsrunde war aufgrund der Temperaturen leichtes Gepäck angesagt, also kein Rucksack, sondern nur die kleine Kamera und das Smartphone. Um kurz vor 14 Uhr gingen wir los und erkundeten den Strip, zu mehr sind wir auch nicht gekommen. Vom Circus Circus und der ersten Berührung mit der Glitzerwelt waren wir dann doch ein wenig irritiert. Wieviele Automaten hier aufgestellt waren! Wie im Fernsehen. 🙂 Und wieviele Kreaturen hier rumliefen! Auch wie im Fernsehen.

Wir betraten die Straße, also den Strip, und mußten erstmal an einer großen Baustelle vorbei (Bau des „Resorts World“), ehe wir dort ankamen, wo sich dann tatsächlich alles abspielt. Und gleich wurden sämtliche Sinne bedient: Von oben knallte die Sonne, aus den Casinos und Geschäften drang die eiskalte Luft nach draußen und es roch nach Gummibärchen, Zuckerwatte und Freizeitpark. Und irgendwie ist Las Vegas auch genau das. Auf dem Hinweg Richtung Süden bewegten wir uns auf dem westlichen Bürgersteig und schauten uns einiges von dem an, was uns da entgegenkam. Bis zum „New York, New York“ wollte ich und das haben wir auch geschafft. Zwischendurch war ein Gedränge und hinter einer Polizeiabsperrung war Werbung von Good Year und Nascar aufgestellt, so daß wir davon ausgingen, daß es sich um irgendjemand mit Bezug zur amerikanischen Rennserie handelte. Gesehen haben wir ihn auch, aber erkannt nicht.

Auf dem Rückweg ging es auf der anderen Seite nach Norden. Einen längeren Aufenthalt hatten wir nur im “Venetian”, wo es uns wirklich sehr gut gefallen hat. Als wir den nördlichsten Punkt, den Stratosphere Tower, erreicht hatten, war es längst finstere Nacht geworden und wir hatten unterwegs dreimal Getränke kaufen müssen. Für die Fahrt zur Aussichtsetage “SkyPod” bezahlten wir $24 pro Person. Oben angekommen war ich persönlich wieder ein wenig enttäuscht, denn durch die schrägen Scheiben war Fotografieren fast unmöglich, weil sich aufgrund der Dunkelheit alles spiegelte.

Anschließend gingen wir zurück zum RV Park, wo wir um ca. 22.00 Uhr ankamen. Acht Stunden waren wir unterwegs! Mein Schrittzähler zeigte mir 15,82 km an. Somit war der Abend beendet und ich ging eben nicht mehr mit der großen Kamera los. Die paar Fotos mit der kleinen Kamera mußten dann reichen.

Unser Vegas-Fazit: Aus eigentlich geplanten zwei oder drei Übernachtungen machten wir nur eine. Wir hatten einiges gesehen und nichts davon war es wert, sich länger damit auseinanderzusetzen. Las Vegas ist eine irreale Welt voller Reizüberflutung. Es ist laut, stellenweise viel zu laut. Und negativ fielen uns die vielen Obdachlosen auf, die einem leid tun können. Da machen die Casino-Betreiber Millionen und ein paar Meter weiter muß ein Obdachloser alte Getränkebecher aus dem Mülleimer fischen und die Reste oder das geschmolzene Eis trinken. So konnten wir es jedenfalls beobachten. Zudem störte uns der fürchterliche Marihuana-Gestank an vielen Ecken. Nach derzeitigem Stand zieht uns also nichts mehr nach Las Vegas – gestrichen von der bucket list.

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