photokina 2018

Es gibt Bilder, die mißlingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.~Helmut Newton

Kurzentschlossen entschied ich mich zu meinem ersten Besuch auf der photokina. Als ich mich am Eröffnungstag über die Tickets im Internet informierte, war ich ein wenig erstaunt. Da kostete ein Tagesticket doch glatt 56 Euro! Hatte da jemand mit Wurstfingern den Preis eingegeben und zufälligerweise zwei Ziffern gleichzeitig getroffen? Bislang hatte mich die photokina nur peripher interessiert, d. h. ich habe zur Kenntnis genommen, daß sie in Köln alle zwei Jahre stattfand. Von den Preisen hatte ich keinerlei Ahnung. Glücklicherweise gab es ein Ticket für 8 Euro, das allerdings nur Freitag ab 14 Uhr gültig war. Nach einer kurzen Registrierung erhielt ich mein Ticket als PDF und kurze Zeit später meinen Fahrschein für das VRS-Gebiet per Email.

Jetzt überlegte ich mir, daß es höchstwahrscheinlich rappelvoll sein würde, aber das war es dann gar nicht. Ganz im Gegenteil: Es war sogar sehr angenehm sich durch die Messehallen zu bewegen. Ich überlegte mir, was ich denn auf der Messe alles machen bzw. worüber ich mich informieren wollte. Die photokina ist ja leider keine Verkaufsmesse. Ich entschied mich dazu, die Messe einfach auf mich wirken zu lassen und einen lockeren Rundgang zu starten, um zu entscheiden, ob ein Besuch bei der nächsten photokina, die ab sofort jährlich im Mai stattfindet, auf meine Agenda kommt oder nicht. Um es vorwegzunehmen: Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Sicherlich bieten sich auf einer solchen Messe eine ganze Menge Gelegenheiten, um mit Herstellern (auch und gerade kleineren) ins Gespräch zu kommen und Dinge zu (hinter)fragen und beabsichtigte Kaufobjekte mal auszuprobieren und in die Hand zu nehmen. Und auf der photokina wird davon rege Gebrauch gemacht.

Ich ließ mich also zunächst einmal treiben, guckte hier, schaute dort und fotografierte ein wenig mit meinem iPhone und meiner 7D Mark II und dem Canon 50mm/f1.2, die ich mitgenommen hatte. An manchen Ständen befanden sich Models, die tanzten, posierten und sich auf Speicherkarte bannen ließen. Das war zumindest schon mal eine nette Sache, um ein wenig mit meinem Equipment herumzuprobieren.

Aber so richtig wußte ich wirklich nicht, was ich nun auf der Messe wollte. Ich ging in Halle 1 zum Olympus Playground, weil ich vorher davon gelesen hatte, daß man sich da fotografisch “austoben” könne. Ich lieh mir keine Olympus-Kamera, denn ich wollte ja mit meiner Kamera fotografieren. Und als ich so durch die Halle ging, war ich doch ein wenig enttäuscht. Ich hatte mir wesentlich mehr darunter vorgestellt. Also verließ ich die Olympus-Halle nach einer Viertelstunde wieder, um anschließend wieder ziellos durch die Gegend zu laufen. Als Fixpunkt hatte ich mir lediglich vorher den Vortrag von Benjamin Jaworskyj notiert, der um 17.30 Uhr auftreten sollte. Und da ich von ihm fast alle Videos gesehen habe und ihn eigentlich ganz locker finde, war das doch eine ganz gute Idee. Insbesondere seine Videos “#jaworskyj around the world” fand ich stellenweise sehr interessant. Aber bis 17.30 Uhr war noch etwas Zeit, so daß ich zur Plaza ging, weil dort fast ganztägig irgendwelche Aktionen stattfinden sollten (Freestyle Soccer, BMX, Skater u. a.). Ich wurde allerdings nicht fündig. Auf einer Aktionsfläche saßen zwar ein paar Skater, aber die machten wohl gerade Pause.

Auf dem Weg durch die Hallen entdeckte ich den Stand des “dpunkt.verlages”, wo tatsächlich Bücher verkauft wurden. Die gab es allerdings nicht zu Messepreisen, so daß ich von einem Kauf Abstand nahm. Dann lasse ich mir die Bücher lieber nach Hause liefern, anstatt sie durch die Gegend zu schleppen. Aber immerhin gab es was anzufassen. Von den Ständen der Fotozeitschriften (z. B. Chip Foto&Video, pictures, ct.fotografie) war ich übrigens maßlos enttäuscht. Da sind ja die Kabinen von Bahnhofstoiletten größer! Mittlerweile hatte ich dann doch ein wenig die Lust verloren, wollte aber tatsächlich bis 17.30 Uhr bleiben, so daß mich bereits frühzeitig zur Showbühne begab. Gott sei Dank muß ich sagen, denn dort stand gerade Guido Karp vor den Zuschauern und hantierte mit einem Model und seiner Kamera herum, bevor er anschließend wirklich lustige und interessante Stories aus seinen mittlerweile über 5000 fotografierten Konzerten erzählte. Da hätte ich noch stundenlang zuhören können – sehr sympathischer Typ! Als er die Bühne räumte, war es dann Zeit für #jaworskyj, was man merkte, denn es sammelten sich immer mehr Menschen vor der Bühne. Dicht gedrängt standen die Leute und lauschten dem “Foto-Influencer”, wie er dreißig Minuten von den wichtigsten fünf Dingen der Landschaftsfotografie erzählte. Anschließend stand er noch für Selfies und Autogramme zur Verfügung, was mich aber dann doch nicht mehr interessierte. Die Menschen bedrängten Jaworskyj, so daß dieser kaum Platz in der Meet&Greet-Ecke hatte. Auf dem Weg von der Bühne zu dieser Location sprachen ihn bereits etliche Zuhörer seines Vortrages an und baten um ein Selfie oder ein Autogramm. Jaworskyj lehnte freundlich aber bestimmt ab und bat die Leute darum, sich wie alle anderen auch beim Meet & Greet anzustellen.

Für mich neigte sich damit mein Tag auf der photokina dem Ende entgegen. Ein Fazit zu ziehen fällt mir wirklich nicht leicht. Der Preis war absolut okay und dichtes Gedränge gab es auch nicht – die Vorträge mal ausgenommen. Wenn es eine Verkaufsmesse wäre! Aber so hält sich der Nährwert für mich persönlich doch stark in Grenzen. Vielleicht muß ich der photokina aber im nächsten Jahr auch nochmal eine Chance geben, um mir dann ein Urteil bilden zu können…

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