Whistler Olympic Park

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.~Henri Cartier-Bresson

Kurz vor dem Ortsende von Whistler war der Olympic Park ausgeschildert, der ja angeblich für die Öffentlichkeit geschlossen sein sollte, wie wir von anderen Campern auf der Reise erfahren hatten. Ich wollte aber trotzdem mal einen Blick riskieren, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man rein gar nichts sehen konnte. Meine Frau gab ihr Okay und wir bogen nach rechts ab. 9 km sollten es noch sein. Wir fuhren durch die Einsamkeit, lediglich ab und zu kam uns ein Auto entgegen. Nach kurzer Wegstrecke stand tatsächlich an einem Absperrgitter der Hinweis, dass der Olympic Park ab Anfang September geschlossen war. Trotzdem dachte ich mir, dass man bestimmt was sehen kann und wir fuhren weiter. Als wir an der Einfahrt zum Olympic Park ankamen, stand noch einmal der gleiche Hinweis, aber die Durchfahrt war nicht verboten. Nach einer scharfen Rechtskurve standen wir vor zwei Holzhäuschen, die wie Kassenhäuschen aussahen. Hier war der Hinweis “No Public Access” zu lesen. Hielt uns das auf? Nein!

Wir fuhren weiter auf der kurvigen Straße und konnten schon kurze Zeit später zwischen den Bäumen die Skisprungschanzen sehen. Weiter! Wir fuhren an den Schanzen vorbei und machten ein paar Fotos. Ganz hinten sah man die Olympischen Ringe. Weiter! Als wir dort ankamen und unsere Fotos im Sack hatten, fuhren wir zur Biathlonanlage. Ein älteres Ehepaar war mit ihrem Pkw ebenfalls hier unterwegs wir entdeckten die Frau, wie sie neben einem Haus auf einer Anhöhe stand und ihrem Mann zuwinkte, dass er zu ihr kommen sollte. Das war uns dann doch ein Stück zu verboten und wir drehten wieder. Als wir wieder an den Skisprungschanzen ankamen, fuhr ich so nah wie möglich an die Auslaufzone und stieg aus. Überall standen im Olympic Park Warnschilder vor Bären, aber ich hatte eher ein mulmiges Gefühl, weil wir vielleicht gar nicht hier sein durften. Ich kletterte einen kleinen Hügel hoch und stand direkt in der Auslaufzone der Schanzen. Yes!!! Die Anzeigentafel links der Großschanze war nicht mehr vorhanden und alles sah so aus, als ob es verfallen würde. Als ich mich umdrehte, sah ich das auf einem Schotterplatz abgestellte Wohnmobil. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass hierhin im Jahr 2010 die Augen der (Sport-)Welt gerichtet waren. Hier war jetzt tote Hose und es sah alles überhaupt nicht glamourös aus. Mit einem teils schönen Gefühl, das alles jetzt von nahem gesehen zu haben, und einem teils etwas komischen Gefühl stieg ich wieder ins Wohnmobil und wir fuhren die 9 km zurück zum Highway 99. Während dieser Fahrt ärgerte ich mich dann doch ein wenig, dass ich an der Biathlonanlage nicht ausgestiegen und es der Frau gleich getan hatte. Aber das war jetzt nicht mehr zu ändern.

Fotos

Karte

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