Um es gleich vorwegzunehmen: Wir waren nicht im Museum oder auf dem Gelände. Warum nicht? Ganz einfach: Man muss sieben Tage vorher ein kostenloses Ticket reservieren, damit man überhaupt Zutritt erhält. Das Problem an der Geschichte: Eine Woche vor unserem Auschwitz-Besuch wussten wir noch gar nicht, ob wir überhaupt fahren können würden. Und von daher hatten wir uns mit dem Thema gar nicht auseinandergesetzt. Ich war davon ausgegangen, dass man die Gedenkstätte einfach so besuchen kann, wie es beispielsweise bei den Gedenkstätten Sachsenhausen und Buchenwald der Fall ist. Einen Abend vorher – wir standen auf dem Campingplatz Biwakowa przystań – recherchierte ich dann im Internet nach der Adresse und den Öffnungszeiten. Erst dabei erfuhr ich davon. Nun ja…
Die Gedenkstätte Auschwitz ist heute eines der wichtigsten Symbole für die Verbrechen des Nationalsozialismus und für das unermessliche Leid, das Millionen von Menschen während des Holocausts erlitten. Sie befindet sich in der Nähe der polnischen Stadt Oświęcim und umfasst die ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Auschwitz steht wie kaum ein anderer Ort für die systematische Vernichtung der europäischen Juden und anderer Opfergruppen durch das nationalsozialistische Deutschland.
Das Konzentrationslager Auschwitz wurde im Mai 1940 von der SS errichtet, zunächst als Haftort für polnische politische Gefangene. Schon bald entwickelte sich das Lager zu einem Zentrum der industriellen Vernichtung. 1942 begann die systematische Ermordung von Juden aus ganz Europa im benachbarten Lager Auschwitz-Birkenau, das speziell für Massenmorde mit Gaskammern und Krematorien ausgestattet war. Schätzungen zufolge wurden in Auschwitz über 1,1 Millionen Menschen ermordet – die meisten von ihnen Juden, aber auch Roma, Sinti, sowjetische Kriegsgefangene und politische Gegner des NS-Regimes.
Nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 blieb ein großer Teil der Anlagen erhalten. Bereits 1947 wurde auf Beschluss der polnischen Regierung das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau gegründet, um den Ort als Mahnmal zu bewahren. Heute besuchen jährlich Millionen Menschen aus aller Welt die Gedenkstätte, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Die Besucher können Baracken, Wachtürme, das Eingangstor mit der zynischen Aufschrift “Arbeit macht frei”, persönliche Gegenstände der Opfer sowie die Überreste der Krematorien besichtigen. Zudem gibt es Führungen und Ausstellungen.
Wir fuhren zunächst zu dem Ort, der gemeinhin bekannt sein dürfte, denn ich wollte unbedingt ein Foto von dem Tor mit den Bahngleisen davor machen. Mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht. Da man am Straßenrand fast gar nicht halten kann, sprang ich schnell aus dem Auto und konnte das Foto machen, bevor eine größere Gruppe Menschen vom gegenüberliegenden Parkplatz die Straße kreuzte. Nachdem ich wieder zugestiegen war, fuhren wir auf den besagten Parkplatz, zahlten 95 Złoty (umgerechnet 21,85 Euro) und gingen den gleichen Weg wie alle anderen auch. Entlang des Parkplatzes standen ein paar Gebäude, wo man Ansichtskarten, Bücher und ähnliches erwerben konnte. Aber es waren auch “Fressbuden” dabei. Als wir am Eingang ankamen, fragte ich einen der Mitarbeiter, ob man auf das Gelände dürfe. Mir wurde mitgeteilt, dass man dafür ein Ticket benötige, welches man am Hauptstandort des Museums erhalten könne. Also drehten wir wieder um und gingen zurück zum Auto, so dass wir für eine knappe Viertelstunde die oben erwähnten fast 22 Euro bezahlt hatten.
Drei Kilometer entfernt befindet sich der Hauptstandort mit Museum. Auch hier gibt es wieder einen kostenpflichtigen Parkplatz, der fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Wir erhielten gegen Zahlung von 90 Złoty (20,70 Euro) Einlass und stellten das Auto ab. Ich machte mich auf die Suche nach einem Infopoint oder etwas, was vielleicht so aussah. Vor dem Eingang tummelten sich die Menschenmassen, was aufgrund des vollen Parkplatzes mit zahlreichen Bussen nicht verwunderlich war. Die Menschen warteten auf den Beginn der Führungen und unterhielten sich dabei. Teilweise wurde gescherzt und gelacht und ich fand das in keiner Weise angemessen. Auf meiner Suche kam ich an ein Gebäude, das ich betrat. Es hatte den Charme eines Parkhauses, so karg war es eingerichtet. Und was befand sich in diesem Gebäude? Ein Restaurant! Passt das zu einem der schrecklichsten Orte der Welt? Da sollte sich jeder selber ein Urteil bilden.
Nachdem ich wirklich rein gar nichts gefunden hatte, wo ich noch ein Ticket hätte ergattern können, ging ich zurück zum Auto und wir verließen den Parkplatz. Auf der einen Seite war ich zwar ein wenig traurig, weil wir extra so weit gefahren waren, aber auf der anderen Seite hatte ich das Foto, was ich machen wollte, gemacht, und ich hatte Auschwitz (zumindest von außen) gesehen. Das war absolut okay für mich.
Dennoch fand ich persönlich das “Ambiente” rund um das Museum alles andere als des Ortes würdig. Hier wird mit allem Kohle gescheffelt. Auf dem Parkplatz stand eine Gruppe junger Männer mit Bierflaschen in der Hand, die sich lautstark unterhielten und lachten. Und dieser Gesamteindruck passt überhaupt nicht zum Ort. Denn hier (s. o.) haben grausame Taten stattgefunden und deshalb sollte dieser Ort nicht in Richtung Vergnügungspark gestaltet sein, sondern eher entgegengesetzt. Partystimmung ist da nicht angesagt und essen können die Menschen auch woanders.
(Hinweis: Dieser Text wurde stellenweise unter Mithilfe von ChatGPT (OpenAI) verfasst.)
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