Top 3: Fotospots in Berlin zur blauen Stunde

Wir alle ergreifen Chancen. Der Unterschied ist, daß ein schlechter Fotograf nur eine von hundert nutzt, ein guter Fotograf dagegen alle.~Brassai

Machen wir uns nichts vor: In Berlin gibt es so viele Spots, an denen es sich lohnt zur blauen Stunde zu fotografieren (siehe auch: making of … Berlin zur blauen Stunde. Generell will wohl fast jeder Erstbesucher das Brandenburger Tor ablichten und wenn man dann noch gerne fotografiert, dann wird man das auch zur blauen Stunde angehen.

Eine endgültige Entscheidung, welche drei Spots ich für die Top 3 halte, ist mir wirklich schwer gefallen. Das Bode-Museum ist mit Sicherheit auch sehr schön abzulichten (und das gleich aus zwei Perspektiven), das bereits erwähnte Brandenburger Tor ebenfalls, aber aufgrund der Massen an Menschen und Fotografen (Ich hab’s erst ein einziges Mal völlig menschenleer erlebt!) machen das Fotografieren dann doch eher ungemütlich. Das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten gibt auch ein passables Motiv ab, zumal es nicht so überlaufen ist. Aber letzten Endes habe ich mich für die nachfolgenden drei Spots entschieden.

Auch hier wurden alle Fotos wieder mit meiner Canon EOS 7D Mark II aufgenommen und dem Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM aufgenommen.

Potsdamer Platz

Potsdamer Platz
f/22 | 8 Sek. | 10 mm | ISO 100

Um dieses Foto aufzunehmen, stellt man sich ans Ende der Mittelinsel des Leipziger Platzes. Der Vorteil ist, daß man freie Sicht auf die Gebäude am Potsdamer Platz hat, denn die Fußgänger, die die Fußgängerfurt überqueren, gehen hinter einem her und stören nicht beim Fotografieren. Wenn man keine Lichtspuren auf seinem Foto haben möchte, ist es natürlich aufgrund der stark frequentierten Kreuzung fast unmöglich, das hinzubekommen. Oder anders ausgedrückt: Wer Fotos ohne Lichtspuren haben möchte, wird hier Probleme bekommen und sollte diesen Fotospot dann eher meiden.

Dafür hat man durch die eingeschalteten Lichter in den Fenster genau die Effekte, die das Bild harmonisch wirken lassen. Ein weiterer Vorteil: Im Regelfall stehen dort keine anderen Fotografen, so daß man sich nicht um die besten Plätze streiten muß, wie’s beim Brandenburger Tor der Fall ist.

Haus der Kulturen der Welt (“schwangere Auster”)

schwangere Auster
f/13 | 15 Sek. | 10 mm | ISO 100

Die “schwangere Auster” befindet sich an der John-Foster-Dulles-Allee, unmittelbar am Spreeufer westlich des Kanzleramtes. Ca. 60 Meter entfernt befindet sich eine Bushaltestelle, so daß der Fotospot auch gut zu erreichen ist. Der einzige Nachteil ist, daß sich hier in der Dunkelheit kaum noch Menschen aufhalten, so daß es eventuell etwas unheimlich sein könnte, wenn man dort völlig alleine steht.

Vor dem Gebäude ist ein Wasserbecken angelegt, in dem sich allerdings im Winter kein Wasser befindet. Will man Spiegelungen auf seinem Bild haben, sollte man also lieber im Sommer hinfahren. Übrigens lädt das komplette Gebäude zum Fotografieren der Architektur ein. Man sollte sich also vielleicht weit vor der blauen Stunde hinbegeben und noch die ein oder andere Runde drehen…

Siegessäule (“Goldelse”)

f/13 | 15 Sek. | 11 mm | ISO 100

Die Siegessäule, im Volksmund “Goldelse” genannt, steht im Tiergarten auf dem Großen Stern und blickt die Straße des 17. Juni stadtauswärts. Um sie also von vorne ablichten zu können, muß man sich ans Ende der Mittelinsel der Straße des 17. Juni stellen und hat dann die Siegessäule und das Brandenburger Tor vor einem, wobei man letzteres nicht sieht.

Auch hier überqueren die Fußgänger und Radfahrer die Straße wieder hinter einem und laufen dadurch nicht durch’s Bild. Das wäre zwar bei Langzeitbelichtungen eh eegal, aber schöner ist’s schon, wenn man freie Sicht hat. Wenn man beispielsweise mit dem E-Scooter zum Großen Stern fährt, kann man den gleich neben sich abstellen und hat dann Gewißheit, daß man auch wieder einen E-Scooter hat, um die Heimreise anzutreten.

Die Lichtspuren der Fahrzeuge kann man bewußt ins Bild einbauen, aber die Ampelphasen ermöglichen es auch, ein Bild komplett ohne die Lichtspuren zu fotografieren. Der Vorteil ist, daß sämtliche Autos, die auf den Großen Stern zufahren, nach rechts abbiegen müssen und die Autos, die vom Brandenburger Tor kommen, dann an der Ampel warten müssen. Man kann also beides ganz bequem machen und sich nachher für die schönere Variante entscheiden…

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