vom Grand Canyon zum Monument Valley

Ein Porträt entsteht nicht in der Kamera, sondern davor und dahinter.~Edward Jean Steichen

185,2 Meilen sind wir vom Grand Canyon zum Monument Valley gefahren. Hier ist der entsprechende Teil unseres Reiseberichtes:

Heute hieß es Abschied nehmen vom Grand Canyon. Nachdem wir bereits gestern die ersten Hirsche gesehen hatten und mehrere Blicke in den Grand Canyon werfen konnten, ging es heute damit weiter. Als wir den Campground gerade verlassen hatten, überquerte ein Hirsch die Fahrbahn und mehrere Rehe standen am Rand bzw. teilweise auch auf dem Asphalt. Unsere Route führte uns entlang des Grand Canyon South Rim, an dem es diverse Aussichtspunkte gibt, die wir alle anfuhren. Dem Vernehmen nach sollten der Mather Viewpoint, den wir gestern ohne Stativ besucht hatten, und der Grandview Viewpoint am schönsten sein. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Überwältigend sind die Blicke von überall, aber uns haben Lipan View und Desert View am besten gefallen.

Wir ließen den Grand Canyon hinter bzw. neben uns, denn wir konnten eine ganze Zeit lang immer noch die tiefen Risse in der Erdkruste sehen. Über Cameron ging es dann grob Richtung Nordosten zum nächsten Naturschauspiel, dem Monument Valley. Die Fahrt dorthin zog sich. Meilenweit ging es nur geradeaus und der Straßenzustand war wieder einmal nicht berauschend. Heftige Seitenwinde machten das Fahren anstrengend. Die Ausblicke entschädigten jedoch für die Strapazen. Strahlend blauer Himmel, fast rosafarbene Berge, grüne Pflanzen und grün-gelber Boden wurden von grauem Asphalt durchschnitten.

Unterwegs gab es ansonsten nichts zu sehen und nach einem kurzen Halt bei McDonald’s, weil die Frau einen Cappuccino haben wollte, erreichten wir um ca. 15.30 Uhr die Einfahrt zum Monument Valley. Wir hatten eine Stunde verloren, denn mittlerweile galt Utah-Zeit. Der Annual Pass wird beim Monument Valley nicht akzeptiert, so daß wir $20 zahlten, um überhaupt reinfahren zu dürfen. Wir fuhren am Visitor Center, das wir später zu Fuß aufsuchten, vorbei und fragten am “The View Campground” nach einem freien Stellplatz. Wir hatten Glück, zahlten $39.95 (plus Tax) und durften unser Wohnmobil abstellen. Meine erste Amtshandlung, bevor wir zum Visitor Center gingen, war die, daß ich mein Stativ aus dem Schrank nahm.

Zum Visitor Center nahm ich meinen Adapter-Stecker und das Ladekabel für den Akku der Spiegelreflexkamera mit, denn es war nur noch ein Balken Rest-Kapazität vorhanden. Eine Steckdose war schnell gefunden und so setzte ich mich ein Viertelstündchen neben das an der Steckdose hängende Ladegerät, damit ich zum Sonnenuntergang nachher nicht nur ein Stativ, sondern auch eine Kamera hatte, die noch Fotos machen konnte…

Als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder vom Wohnmobil Richtung Visitor Center gingen, um einen halbwegs vernünftigen Blick auf das Monument Valley zu haben und die Kamera aufstellen zu können, stellten wir fest, daß es doch recht windig war und man das Gefühl hatte gesandstrahlt zu werden. Glücklicherweise hatten wir Tücher dabei, die wir vor’s Gesicht zogen und mit den aufgesetzten Sonnenbrillen ging es dann.

Morgens stand die Sonne tief am Monument Valley, so daß wir keine Fotos mehr machen konnten. Also verließen wir den “The View Campground” wieder, von dem wir uns wirklich mehr versprochen hatten. Auch hier war Tourismus Trumpf. Ob das an Abzocke grenzt, wenn man gleich zweimal kassiert (für die Einfahrt und den Campground)? Obwohl der National Park Service das ja prinzipiell genauso praktiziert. Aber für das, was der Campground bietet, ist der Preis eindeutig zu hoch! Man kann schon sagen, daß wir ein Stück weit enttäuscht waren.

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