von Hope zum Okanagan Lake

Bei der Fotografie geht es nicht um das fotografierte Objekt, sondern wie dieses dargestellt wird.~Garry Winogrand

Die Nacht war erst gegen 6 Uhr zu Ende. Kurz nach dem Aufstehen schnappten wir unsere Sachen und gingen zu den sanitären Anlagen. Ich machte noch einen Abstecher ans Ufer des Fraser River, um ein paar Fotos zu machen. Anschließend wuschen wir unsere Klamotten für $2 und machten unser Frühstück fertig. Während wir die bisher gemachten Fotos betrachteten, befand sich die Wäsche bereits im Trockner.

Wir verließen Hope danach in Richtung Osten, wo wir nach ca. 18 km am Hope Slide anhielten. Dort begruben Geröllmassen 1965 Teile des Örtchens unter sich. Am Aussichtspunkt kamen wir mit einem anderen Touristen ins Gespräch, in dessen Verlauf sich herausstellte, daß es sich um einen Deutschen handelte, der 1975 nach Kanada ausgewandert war. Dafür sprach der Kerl aber noch verdammt gut deutsch.

Nachdem wir den Allison Pass überquert hatten, fuhren wir bis Princeton. Dort zwang der Hunger uns zu einer Rast. Wir fuhren durch das Dörfchen, kauften bei einem kleinen Ramschladen ein paar Utensilien für den täglichen Gebrauch (z. B. Haarbürste, Wäscheleine und Geschirrhandtuch). An der Durchgangsstraße hatten wir einen Subway entdeckt, dem wir nun einen Besuch abstatteten. Free WiFi machte es möglich, mal kurz bei Facebook nach dem Rechten zu sehen und sich bei Foursquare einzuloggen und schon saßen wir wieder im Auto. Die Sonne strahlte zwar, aber InstaWeather meinte, es wären nur 15 Grad. Fühlte sich dennoch ein wenig wärmer an – zumindest in der Sonne.

Die weitere Route führte uns nach Keremeos. Nein, nicht nach Griechenland, auch wenn der Ort sich so anhört. Es ging ins Hauptobstanbaugebiet von British Columbia (oder war’s von ganz Kanada?). Entlang der Straße reihten sich die Obstgeschäfte auf. Wir hielten an und deckten uns mit frischen Vitaminen ein und schon waren wir wieder raus aus Griechenland.

Die Straße führte nun ein Stück weit an einem See entlang, der schön in der Sonne lag. An einem Rastplatz hielten wir an und entdeckten einen kleinen Steg. Dort kamen direkt drei Enten angeschwommen, weil sie Nahrung witterten. Und wir hatten endlich jemanden gefunden, der ein dankbarer Abnehmer für unser auf Granville Island gekauftes Aprikosen-Walnuß-Brot war. Wir fütterten die Enten eine Weile und als ich kurz zum Wohnmobil zurückging, sah meine Frau im Wasser eine Schlange. Der See hieß übrigens Yellow Lake (wahrscheinlich heißt er jetzt immer noch so).

Das nächste Ziel sollte Penticton sein, wo wir übernachten wollten. Es war mittlerweile 15 Uhr durch und irgendwie wurden wir langsam müde. Wir entdeckten jedoch auf der Durchreise einen “Dollar Tree”, wo wir für 14 Dollar einkauften (Meine Frau hatte jetzt dann übrigens zwei Haarbürsten!). Wir cruisten noch ein wenig durch Penticton und erfreuten uns an dem Design des Kleinstädtchens. Die Häuser waren alle maximal zweigeschossig und es sah so aus, wie eine amerikanische oder kanadische Kleinstadt auszusehen hat. Herrlich!

Wir hatten am Ortseingang einen Campground direkt an einem Strand entdeckt, aber umkehren wollten wir nicht. Also ging es weiter entlang am Ufer des Okanagan Lake, bis wir Summerland erreichten. Wir steuerten einen Campingplatz an, aber der lag uns zu nah an der Straße, so daß wir weiterfuhren. Auf der Karte war zwischen Summerland und Peachland ein Campingplatz eingezeichnet und den wollten wir suchen. Wir sahen am Straßenrand dann auch ein dementsprechendes Schild und fuhren auf den Campingplatz “Okanagan Lake Park”, der wirklich direkt am Ufer des Okanagan Lake lag.

Die Kosten für eine Nacht betrugen wiederum 30 Dollar, dieses Mal allerdings ohne Strom und Wasser. Kaum eingeparkt, lief der Grill schon. Und nach dem Essen ließen wir den Abend mit einem kurzen Spaziergang am Ufer des Okanagan Lake ausklingen.

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