Amboy

Jeder kann knipsen. Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten.~Friedrich Dürrenmatt

Amboy ist eine Ansammlung von weißen Häuschen, die an der Route 66 vor sich hin vegetieren. Seit knapp 50 Jahren, als die Interstate als schnellere Verbindung als jene “mother road” in einer Art Ortsumgehung gebaut wurde, nahm die Anzahl der Durchreisenden rapide ab. In jüngerer Vergangenheit steigen diese Zahlen zwar wieder an, was eine wenig mit dem Mythos der Route 66 zu tun hat, sind aber noch weit entfernt von den Zahlen früherer Jahrzehnte. Gegründet wurde das Dörfchen bereits 1883. Im Jahr 2000 lebten hier noch ganze fünf Menschen. 2003 entschieden sich die verbliebenen Einwohner zum Verkauf von Amboy und boten ihre Stadt auf ebay an. Der veranschlagte Preis schreckte jedoch alle Interessenten ab und es dauerte bis 2005, ehe Albert Okura, dem eine Restaurantkette in Kalifornien gehörte, Amboy schließlich für schlappe 425.000 Dollar kaufte.

Amboy diente oft als Kulisse für Filmproduktionen. So wurden hier zum Beispiel Szenen des Films “Hitcher, der Highway Killer” von 1986 mit C. Thomas Howell und Rutger Hauer gedreht. Auch für das Musikvideo zum Song “Hero” von Enrique Iglesias wurde in Amboy gedreht (u. a. die Anfangsseququenz).

Amboy liegt in the middle of nowhere (siehe Google Maps) – und nie schien mir diese Formulierung passender als hier. Die Temperatur tut ihr übriges! Man befindet sich halt am Rand der Mojave-Wüste. Oder reicht sie bereits um Amboy herum? Wir haben auf der Durchreise vom Joshua Tree Nationalpark nach Nordosten für einige Fotos angehalten, sind dann aber auch genauso schnell wieder weitergefahren. Wirklich anziehend ist Amboy nicht. Wenn man tanken muß, dann lohnt es sich natürlich, aber ansonsten gibt es außer dem Route-66-Sign auf dem Asphalt, der Tankstelle und dem Werbeschild nichts zu fotografieren.

Wenn man wirklich auf der Durchreise ist und die Route 66 befährt, was sich auf der Strecke vom Joshua Tree Nationalpark kommend geradezu anbietet, kann man einen kurzen Halt einlegen. Aber extra einen Umweg für Amboy fahren, lohnt sich nicht wirklich, weil es außer dem oben beschriebenen rein gar nichts zu sehen gibt. Im weiteren Verlauf erreicht man dann entweder das Mojave National Preserve im Norden oder befährt weiter die Route 66 in westlicher (Barstow) oder östlicher Richtung (Needles). Letzteres haben wir gemacht.

Fotowert: 2 out of 5 stars (2 / 5)

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