Connollystraße 31 in München

Es gibt keine schlechten Fotos, es gibt nur unterschiedliche Geschmäcker.~Curt Wolf

Mitglieder der palästinischen Terrororganisation “Schwarzer September” dringen am frühen Morgen des 05.09.1972 in das Quartier der israelischen Sportler im olympischen Dorf München ein (Anschrift: Connollystraße 31). Zwei Israelis werden sofort erschossen, weitere neun als Geiseln genommen. Dadurch sollen 232 palästinische Gefangene in Israel freigepresst werden. Zur Vorbereitung treffen sich die Palästinenser um 02.00 Uhr im “Hotel Eden” am Münchner Hauptbahnhof (Anschrift: Arnulfstraße 4, 80335 München).

Die Polizei ist mit der Geiselnahme überfordert und schlecht auf eine solche Situation vorbereitet. Anti-Terroreinheiten gibt es damals noch nicht. Streifenpolizisten in Trainingskleidung turnen auf den Dächern des olympischen Dorfes herum und bereiten sich auf eine Stürmung vor. Das pikante Detail dabei: Diese Vorbereitungen werden von den Medien verfolgt und übertragen, so dass die Fernsehzuschauer das Geschehen im Fernsehen live verfolgen können – dazu gehören auch die Terroristen.

Die New York Times berichtete Jahre später darüber, dass die Terroristen einen der Sportler, der am Anfang der Geiselnahme angeschossen wurde und dann stundenlang qualvoll ausblutete, die Genitalien abschnitten und ihn missbrauchten, während die anderen Geiseln offenbar zusehen mussten. Auch die anderen israelischen Sportler sollen offenbar vor ihrem Tod schwer misshandelt worden sein, denn sie wiesen Knochenbrüche und andere Spuren von Gewalteinwirkung auf.

In der Connollystraße 31 hat heute die Max-Planck-Gesellschaft ihr Gästehaus. Eine graue Steintafel mit deutscher und hebräischer Inschrift verrät, was hier geschah: “In diesem Gebäude wohnte während der 20. Olympischen Sommerspiele die Mannschaft des Staates Israel vom 21.8. bis zum 5.9.1972. Am 5. September starben eines gewaltsamen Todes: David Berger, Seew Friedman, Josef Gutfreund, Elieser Halfin, Josef Romano, Amizur Shapira, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andre Spitzer, Jaakow Springer, Mosche Weinberger. Ehre Ihrem Andenken.”

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